Hörensagen

Was man so hören kann, wenn man nichts sagt:

Dinge über mich selbst.
Dinge über andere.

Haltungen, die boshaft, heimtückisch und falsch sind.
Motive gieriger Menschen.
Machtgier, Geldgier, Neugier.

Gaffermeinungen. Heuchelei. Lügen.
Häme. Gehässigkeit. Wichtigtuerei.
Urteile, Anmaßung, Dreistigkeit.

Kommunikationen über Kommunikation,
vermeintliche Kommunikation, unterlassene Kommunikationen.
Möchtegernwissen, Halbwissen.

Die Welt kann besser sein.

Haltungen, die aufrichtig und gut sind.
Motive liebevoller Menschen.
Zivilcourage, Hilfsbereitschaft, Verantwortung.
Leben und Wahrheit und Hoffnung.

Die Wahrheit raunt in meinem Herzen.
Sprichst Du sie nicht aus,
wird sie übertönt von falschem Geschwätz.

Die Wahrheit flüstert in meinen Synapsen.
Sprichst Du sie nicht aus,
wird sie weggemacht von Experten.

Ich weiß, doch zweifle ich,
wenn mich hörensagen ängstigt,
wenn ich nur warten und hoffen kann.

Kannst Du handeln und sprechen,
sprich mit mir,
ohne Umwege, ohne Undeutlichkeit.

sonne durch dickicht

Text und Bild © gann uma

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Stumm

Wenn man ein paar Mal gehört hat, dass man sich alles einbildet,
Wenn man ein paar Mal abgeschmettert wird,
Wenn man zu oft dummes bösartiges  Getratsche hören muss,

dann traut man sich nicht
dann fragt man nicht mehr
dann sagt man nichts mehr.

Übergangen, bis nichts mehr geht.

Wenn kein Wunder kommt.
Wenn kein Wunder spricht.
Wenn kein Wunder wahr wird.

 

Das Krokodil

Das Krokodil sperrt den Rachen weit auf,
ganz friedlich liegt es da,
und rührt sich nicht.
Es ist so groß und so still und so immerda.

Du knüpfst deine Schaukel auf,
und hängst da ganz bequem.
Du lachst.

Wie schön das Schaukeln ist
im Rachen aufgeknüpft,
ein ganzer Nachthimmel
zwischen leuchtenden Zähnen.

© gann uma

 

Dieses Krokodilbild spukt seit längerem in mir herum, ich möchte es gerne malen – ein kleines Kind auf einer Schaukel, aufgehängt im Rachen eines Krokodils, das im Weltall sitzt. (Meine Malkünste sind leider nicht so ausgereift.) Symbol für Kinderängste, Lebensängste, Ausgeliefertsein, das Schicksal.
Dank Inspiration von cafeweltenall hab ich jetzt ein Wortbild.