Zwischenruf: What a piece of work is man

Yay, all ihr freiheits-, frauen-, pseudosozial-, jugend-, ehemalscool-, *ismus-, sonstwie-achsobewegten, schaut mal genau in den Spiegel, ob ihr euch noch erkennt oder ob ihr nur noch durch den mauserigen Federspuk der Bigotterie in euer  Möchtegerngesicht blickt.
Habt ihr es fein bequem?

 

Und denkt nicht so laut, ihr stört die Frequenz.

 

 

 

Advertisements

Das Krokodil

Das Krokodil sperrt den Rachen weit auf,
ganz friedlich liegt es da,
und rührt sich nicht.
Es ist so groß und so still und so immerda.

Du knüpfst deine Schaukel auf,
und hängst da ganz bequem.
Du lachst.

Wie schön das Schaukeln ist
im Rachen aufgeknüpft,
ein ganzer Nachthimmel
zwischen leuchtenden Zähnen.

© gann uma

 

Dieses Krokodilbild spukt seit längerem in mir herum, ich möchte es gerne malen – ein kleines Kind auf einer Schaukel, aufgehängt im Rachen eines Krokodils, das im Weltall sitzt. (Meine Malkünste sind leider nicht so ausgereift.) Symbol für Kinderängste, Lebensängste, Ausgeliefertsein, das Schicksal.
Dank Inspiration von cafeweltenall hab ich jetzt ein Wortbild.

Hassgeräusche

Hier bin ich über eine Blogparade zu Hassgeräuschen gestolpert, da muss ich doch auch mal mitmachen. Da hab ich ein paar im Giftschrank. 😀

  • Türenknallen. Wiederholtes Türenknallen. Besonders mit Metalltüren. Da möchte ich den Türenknallern am liebsten die egoistischen primitiven Pratzen dazwischenklemmen. :hass
  • Türen, die bei Wind und Wetter alle paar Sekunden mitgehen.
  • Pfeifen. 80% des hörbaren Gepfeifes ist so grässlich, dass mir leicht übel wird. 15% ist einigermaßen erträglich, und nur 5% könnte ich als wohltönend interpretieren, wenn die 80% nicht wären.
  • Zugbremsen. Mein Gehirn wird zum Alien und sucht verzweifelt nach dem Ufo nach Hause.
  • Jemand, der sich permanent räuspert oder schmatzt oder schnorchelt. GRAAAA!!
  • Quietschpfeifklopfwinsel-Geräusche der Haustechnik, denen man nicht entkommen kann.
  • All die Klimperdinger, die Menschen, die Stille nicht ertragen wollen, vor ein Fenster, auf den Balkon, oder sonstwohin hängen, wo es andere belästigt.  Also außen, was innen rumtönt, behelligt mich eher selten. Ernsthaft, ist die zivilisierte Welt nicht schon laut genug?
  • Mücken, die nicht einsehen, dass ich schlafen will. Besonders fies, wenn ich sie schon gefüttert habe. :hammer
  • Unangebrachtes Flüstern, zum Beispiel in der Werbung.

Mein Giftschrank

In meinem Giftschrank lauern Verletzungen, Enttäuschungen, Zurückweisung, Abwertung. Symbolisiert durch Korrespondenz, alte Tagebücher, Adressen, PC-Archive… – tief vergraben in der hintersten Ecke, der untersten Schublade. Jahrelang unberührt.
In meinem Inneren verbergen sich noch bösere Monster, zu gefährlich für einen Anker im Außen.

Heute wagte ich mich an meinen Giftschrank, ließ Erinnerungen zu und räumte alte Korrespondenz auf, mit Menschen, die mir was bedeutet haben. Einiges konnte ich einfach löschen, doch immer noch muss was bleiben. Ich bin immer noch nicht schmerzfrei und gleichgültig; vielleicht bedaure ich auch nur mein eigenes „heileres“ Selbst aus dieser Zeit.

Ich bin nicht gut im Abschließen und Loslassen. Solange diese Verletzungen auch in der Gegenwart nachwirken, bleiben sie giftig. Immerhin sind sie nicht mehr so giftig, wie die letzten Jahre. Ich spüre Veränderung, sonst hätte ich nicht dran gerührt und mich davon berühren lassen.

Auch heilsame und gute Energien können mich berühren. Verändern.
Das zu spüren zeigt mir, dass ich lebe. Und dass das richtige Leben es gut mit mir meint.

Im Giftschrank wühlen passt zur Novemberqualität: aufräumen, ordnen, sterben lassen.
Tarot zeigt mir dazu die Drei der Münzen – Fortschritt, Prüfung, Arbeit.

 

novemberrose2