Da Willi und die Politik 1

DaWilli

 

Willi Ehrhaberer will dringend wählen gehen. Denn er hat wichtige Anliegen.
Angesichts der veränderten Randbedingungen in der Gesellschaft will er sich vorher informieren, wie es ein verantwortungsbewusster Bürger zu tun hat: Er will sicher gehen, dass er die richtige Partei wählen wird. Also geht er hin zu den  Bürgervertretern, um seine Bürgerpflicht zu tun, sich zu informieren.

  • <<  Grrüß Gott, Herr Ehrrhaberrrerrr, das ist ja erfreulich, dass sie hier vorbei schau’n. Woll’n Sie Ihre Partei unterstützen, des is brav! Nehmen’s Platz.>>
  • << HabedieEhre, Herr Laugenbieder, ich verwundere Sie schon seit langem. Wahlperiode für Wahlperiode schlagen’S die Roten, Sie Hallodri, hihi. So muss das, des ist die Natur! Heut hab ich aber eine Fragestellung, Herr Parteioberrat.>>
  • << Dankedanke, Herr Ehrrhaberrerr, da fühl ich mich beehrt, von Ihrer treuen Anhängerschaft, weiter so, weiter so. Woll’n’S an Kugelschreiber mit Logo?>>
  • << Danke, Herr Landesvater, nehm I mit vollumfänglichem Vergnügen, da kann ich mir aufschreiben, was ich will, gell, Herr Landesvater? Sie derfen’s fei Willi zu mir sagen, so unter uns. >>
  • << Nicht so förmlich, lieber Willi, „Landesvater“, hohoho, die Zeiten sind noch nicht so weit! Wie kann ich dir weiterhelfen? >>
  • << Mei, Herr Landesvat.., äh ..bruder, ich find ja die Mietrechtsentwicklung sehr bedauerlich! >>
  • << Das finden wir Verantwortungsträger alle bedauerlich, Willi, diese arge Entwicklung muss unbedingt eingedämmt werden, und wir bauen auch schon Sozialwohnungen für das ganze Ges… äh, die armen Abgehängten auf den Äckern der Gottesliebe, wie es uns wohl zu Gesichte und im Parteibuch steht. Brauchst eine Unterkunft für eine nahestehende … äh nützliche Hilfskraft? >>
  • << Naa, die soll’n alle gefälligst arbeiten gehen! Wenn’s nix gibt, soll’n’S wenigstens die Hundekacke aus den Sandkästen räumen. Ich persönlich brauch Schutz vor den unverschämten Mietlingen, die sich die Frechheit besitzen, sich auf ihr Recht zu berufen. >>
  • << Auf MEIN Recht? Ich sprech ja gerne ein Recht, aber da bin ich nicht zuständig, Willi. >>
  • << Naa, Herr Abgeordneter, auf das geschriebene Recht, das Dingens mit der Waage und der blinden Kuh. >>
  • << A sooo. Was macht der Mietling denn gegen dich? >>
  • << Ja nix, Herr Laugenbieder, des wär ja noch schöner, wenn der gegen mich agitieren täte, der Hundling! Der Mietling behauptet, dass er im Recht ist, und dass ich mich entsprechend verhalten soll, und das ist doch eine Frechheit, wo ich und meine Familie und meine Vorfahren schon seit hunderten von Jahren dieses Land besetzt haben, und die Hütt’n, die wir vermieten, noch nicht eingefallen ist. Und wir sind mit den anderen ehrbaren Nachbarn einig, dass der Mieter ein Schmutzfink ist und mitten in der Nacht fernsieht, der Schweinehund, wer weiß, was der da für Pornos sieht. Normal ist das ja nicht!! >>
  • << Nun ja, Willi, das Recht ist für alle da, und dafür gibt es die Legislative und die Judikative, und wenn’s ganz wichtig ist, dann gibt es noch die Exekutive, die kannst du bemühen, wenn die Legislative und die Judikative auf deiner Seite sind.
    Das Mietrecht und deine Obliegenheiten wirst du doch kennen und befolgen, Willi, du bist ja ein braver Bürger. Ansonsten gehst du halt zum Rechtsanwalt und ins Internet, da gibt es Spezialforen für Vermieterinteressen. Da kannst du dich schlau machen. So, Willi, hier hast du noch unser Parteiprogramm, da steht drin, was wir alles so vertreten und wichtig finden; du wirst sehen, dass wir immer noch keine echte, wirkungsvolle Mietpreisbremse im Programm haben – du kannst uns also weiterhin wählen.
    Und, gell, Willi, das bleibt unter uns, weil wir wollen ja von möglichst vielen gewählt werden. >>
Advertisements

HaHaMachine – Big Talk

„Gott, bist du schmutzig!“ sprach der Staubsauger zum Häcksler.

„Das ist kein Schmutz, das ist Essen. Du musst nicht von dir auf Andere schließen, du Gierschlund.“

„Wieso Gierschlund? Deine Inhalte interessieren mich überhaupt nicht.“

„Weil du nicht weißt, was gut ist. Ich bin frisch und rein, und stelle Energie zur Verfügung. Du sollst ja anderthalb Jahre lang denselben ollen Beutel geschaukelt haben. Bah!“

„Ich funktioniere stets und vergammle nicht, du Messertrine! Sogar nach anderthalb Jahren hab ich noch für Sauberkeit gesorgt. Mach das nach.“ :aufblas:

„Jajajaja, schon gut. Hast du gehört, dass unsere alte Kollegin, die Waschmaschine, erledigt ist? Sie hätte ja noch getan und gemacht, wenn ein Doktor gekommen wäre. Aber sie war alt. Viel älter als wir beide. Es lohnte sich nicht.“ :zitter:

„Ich kannte sie kaum. In dem Raum fühle ich mich nie wohl. Dort muss man ja Angst haben, einen kurzen Schluss zu erleiden. Dann hilft auch kein Doktor mehr.“

Die Spülmaschine, die die alte Waschmaschine von klein auf kannte, meldet sich zu Wort: „Ihr jungen Stromer habt leicht reden, sprrrrotz, krrrrrmmmmmmmpfffff, die Organische wäscht jetzt mit der Hand. Wenn die merkt, dass sie uns gar nicht öölkjlösjlöhohtoihiiiiiiiiiiblubb braucht, dann schafft sie uns AB!!! Ganz ohne kurzen Schluss.“

„Ach was, das will ich mal sehen, wie soll die den Staub aus dem ollen Teppich saugen mit ihren organischen Eingeweiden.“ :brustschwell

Häcksler: „mimimimimimimimimimweweweewwww“ :schluchz:

Spülmaschine: „Ihr seid jung, und braucht nicht viel. Aber Ich! Ich bin inzwischen so langsam, ich brauche viermal so lange wie ein frisches Maschinchenchenchenchenchen. Achach, ich werde bald entsorgt, obwohl ich mich so anstrenge, und manchmal brauche ich nur drrrrrrrrrrrrrrrrreeeeeeeeeeei Stunden, und ich versuche, ganz wenig zu fressen, und kaputt mache ich auch nichts. Aber die Organische wird bald merken, dass sie schneller abspült als ich.“ :heul:

Häcksler: „Dass du noch spülen darfst, ist doch ein gutes Zeichen.“

Staubsauger: „Und dass die Organische mit der Hand wäscht, statt einfach was neues zu kaufen, zeigt, dass sie keine einfachen Lösungen sucht.“

Kühlschrank: „Ich bin hier der älteste, ich fresse hier das meiste, und ihr haltet jetzt die Klappe, ihr junges Gemüse, denn I will survive! Forever.“

Ein schlechtes Gedicht über schlechte Menschen

Der Finsterling

Haltet Euch fern von ehrbaren Spießern.
Schwarzes Herz und braunes Hirn,
ein dickes Brett klebt vor der Stirn,
nach außen braver Biedermann.
Ein g’scherter Lump in Wirklichkeit,
ungehemmte Selbstgerechtigkeit,
missgünstig und primitiv –
ein Unkraut aus dem Kleinstadtmief.
Schäbig, düster, die Umgebung,
braun und grau und eitergelb.
Klatsch und Tratsch und Lästerei,
lautes, plumpes Hassgeschrei.
Seine Schuldigkeit und Pflicht
juckt den werten Herren nicht.
Überheblich, dumm und schlecht,
bricht er Verträge und das Recht.

Doch zuviel Schatten ruft das Licht.
Immer mehr Menschen erkennen dich.
Die Götter enthüllen deine wahre Gestalt:
kleiner, hohler Wicht aus Staub.

© gann uma